Herbert Grönemeyer Concert at Chicago Theatre, February 23, 2013

Lieber Herbert Grönemeyer,   [English translation below]

Herrlich, dass Sie da waren! Dass wir Sie in Chicago hautnah erlebt haben, für $50 im leider halbleeren Chicago Theatre wird uns so mancher, der ein Riesenkonzert in einem deutschen Stadium mitgemacht hat, neiden. Und Sie ziehen, wie erwartet, eine fetzige Show ab, haben, wie meine 17jährige Tochter meinte, sichtlich Spass an Ihrer Musik und am Auftreten.

Das mit Ihren Texten auf englisch hätte auch gut gehen können, denn Ihre Songs sind einfach gut, egal in welcher Sprache. Da war nur für ein Konzert ein Problem: Wir konnten nicht mitsingen, auch wenn wir, allesamt wohl deutsche Expats und Au Pairs, gewollt hätten, denn Ihre englisch-sprachige CD ist noch nicht mal auf dem Markt. Und warum geht man auf ein Rock-Konzert? Damit man mitgröhlen kann! Da waren wir also gegen Halbzeit sichtlich frustriert. Wir gönnten Ihnen sogar die Freude, endlich mal ‘nen Joe Cocker oder Bruce Springsteen Song zum Besten zu geben, auch wenn wir dafür nicht auf ein Grönemeyer Konzert gehen. Glücklicherweise haben Sie ja dann Ihr Publikum erhört, nachdem wir so schön “Zugabe” gebrüllt haben, und “Bochum” auf deutsch gebracht. Das haette ich auf englisch auch nicht verkraftet, denn das geht mir zu sehr unter die Haut.

Nun denn, die Postkarte, die uns am Ausgang gegeben wurde, verspricht, dass Sie im Herbst wiederkommen. Hoffen wir mal, dass wir bis dann Herbert Grönemeyer, den besten deutschen Rock Poeten, auf englisch auch so gut finden, dass wir mitsingen können. Ich wünsche Ihnen jedenfalls für diesen etwas unbequemen Spagat zwischen den Kulturen gutes Gelingen!

Herzlichst,

Ihre Annette Gendler, ein alter Fan, ehemalig aus München

Dear Herbert Grönemeyer,

How wonderful that you were here! Many a German fan, who’s experienced a concert in a giant stadium, would be jealous that we were able to see you for $50, close up in the – sadly – half-empty Chicago Theatre. And, as expected, you gave a spirited show, and you obviously enjoy your own music and performing, as my 17-year-old daughter noted.

We could have dealt with the issue of your songs being in English, because they are great songs, no matter in what language. But there was one problem: We couldn’t sing along, even if we (pretty much all German expats and au pairs) had wanted to, because your English CD hasn’t been released yet. And why do people go to a rock concert? To sing along! So halfway through we were seemingly frustrated. We went along with you doing a Joe Cocker and a Bruce Springsteen song, simply because you clearly enjoyed being able to do that, even though that’s not why we attended a Grönemeyer concert. Fortunately you finally gave in to your audience, after we stomped and screamed “Zugabe” (encore), and performed “Bochum” in German, which frankly I would not have been able to take in English. It simply cuts too deep.

Well then, the postcard we were handed upon exiting promises that you will be back on tour in the fall. By then we will hopefully have found that the greatest German rock poet is also great in English, and will be able to sing along. In any case, I wish you good success with this perhaps somewhat uncomfortable balancing act between two cultures.

Sincerely,

Annette Gendler, a longtime fan, formerly from Munich